Versandapotheke - Online Apotheke - Internetapotheke
Information aus der Internetapotheke - Gesundheit und Medikamente
Startseite  >> Medikamente F - L  >> Iscador 

Iscador

Anwendungsgebiete:

 

Die Anwendungsgebiete leiten sich von den anthroposophischen Arzneimittelbildern ab!

 

Iscador ist ein anthroposophisches Medikament zur Begleitung der Auflösung und Wiedereingliederung von verselbständigten Wachstumsprozessen im Bereich von Dünn- und Dickdarms, Bronchien, Brustfell, Haut, der weiblichen Brust um die Menopause, z.B. bösartige und gutartige Geschwulstkrankheiten, bösartigen Erkrankungen und begleitenden Störungen der blutbildenden Organe, zur Anregung der Knochenmarkstätigkeit, Vorbeugung gegen Geschwulstrezidive und definierte Vorstufen von Krebs (Präkanzerosen). Die Studienlage zur Wirksamkeit ist widersprüchlich. Belastbare Untersuchungen nach schulmedizinischem Standard zeigen keine Vorteile einer Behandlung. Iscador soll der Verbesserung der Lebensqualität bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, aggressiv wachsenden Tumoren, zum Verlängern der Überlebensdauer bei schwarzem Hautkrebs (Melanom) dienen. Iscador soll das Erbgut gesunder Zellen vor den Schäden von Strahlen-, Hormon- oder Chemotherapie schützen und tumorbedingte Beschwerden vermindern.

Basierend auf jahrelanger Anwendung wurden bei verschiedenen Lokalisationen des Primärtumors lange Zeit folgende Iscador-Sorten empfohlen (Quelle: oddb.org Open Drug Database):

 

Männer

Frauen

Verdauungstrakt:

Zunge, Mundhöhle, Oesophagus

Qu

M

Magen, Leber, Galle, Milz

Qu c. Cu

M c. Cu

Pankreas

Qu c. Cu

M c. Cu

Dünndarm, Dickdarm, Rectum

Qu c. Hg

M c. Hg

Urogenitaltrakt:

Niere

Qu c. Cu

M c. Cu

Blase

Qu c. Arg

M c. Arg

Prostata, Testis, Penis

Qu c. Arg

Uterus, Ovar, Vulva, Vagina

M c. Arg

Brust:

vor der Menopause

M c. Arg

um die Menopause

M c. Hg

nach der Menopause

P c. Hg

Respirationstrakt:

Nasen- Rachenraum

P

P

Schilddrüse, Kehlkopf

Qu

M

Bronchien, Pleura

U c. Hg, evtl. Qu c. Hg

U c. Hg, evtl. M c. Hg

Haut:

P oder P c. Hg

P oder P c. Hg

 

In den noch von Weleda angegebenen Empfehlungen für die adjuvante Therapie mit Iscador wird seit November 2012 nicht mehr nach Geschlecht des Patienten unterschieden. Stattdessen wird in der Erhaltungsphase entweder eine mit wechselnden Konzentrationen der Mistelextrakte oder mit gleichbleibender Konzentration durchgeführte Behandlung empfohlen. Der Hintergrund der Therapie mit wechselnder Dosierung ist der Gedanke, auf diese Weise eine besssere Modulation des Immunsystems zu erreichen.

 

rhythmisch wechselnde Dosierung

Empfehlung:

Einleiten mit Serie 0*,

dann Erhaltung mit Serien 0*,1,2

rhythmisch wechselnde Dosierung

Alternative:

Einleiten mit Serie 0*,

dann Erhaltung mit Serien 0*,1,2

konstante Dosierung

Empfehlung:

Einleiten mit Serie 0*,

dann Erhaltung mit Iscador spezial oder anderen Iscador Sorten

Verdauungstrakt:

Zunge, Mundhöhle, Oesophagus

Qu

M

Qu spezial

Magen, Leber, Galle, Milz

Qu c. Cu

M c. Cu

Qu spezial

Pankreas

Qu c. Cu

M c. Cu

Qu spezial

Dünndarm, Dickdarm, Rectum

Qu c. Hg

M c. Hg

Qu spezial

Anus

P

Qu

P

Urogenitaltrakt:

Niere

Qu c. Cu

M c. Cu

Qu spezial

Blase

Qu c. Arg

M c. Arg

Qu spezial

Prostata, Testis

Qu c. Arg

M c. Arg

Qu spezial

Penis

P

Qu

P

Uterus, Ovar

M c. Arg

Qu c. Arg

M spezial

Vulva, Vagina

M c. Arg

P c. Hg

M spezial

Cervix

Qu/P

M

Qu spezial

Brust:

vor der Menopause

M c. Arg

P c. Hg

M spezial

um die Menopause

M c. Hg

P c. Hg

M spezial

nach der Menopause

P c. Hg

Qu c. Hg

P c. Hg

Respirationstrakt:

Nasen- Rachenraum

P

P c. Hg

P

Kehlkopf

Qu

P

Qu spezial

Bronchien,

U c. Hg**

Qu c. Hg

Qu spezial

Pleura

P

P c. Hg

P

Haut:

P

P c. Hg

P

Schilddrüse:

Qu

P

Qu spezial

Sarkome:

P

P c. Hg

P

Hirntumore, -metastasen:***

P

P c. Hg

P

 

* Serie 0 nur ohne Metallzusatz erhältlich

** Iscador U c. Hg nicht als Serie 0 erhältlich, mit Iscador M Serie 0 beginnen

*** nur nach strenger Indikationsstellung und unter engmaschiger, klinischer Kontrolle empfohlen

 

Inhaltsstoffe:

 

Fermentierte wässrige Auszüge, die aus Misteln (Viscum album, Santalaceae) verschiedener Wirtsbäume gewonnen wurden. Iscador gibt es in den Sorten M (mali = Apfel), P (pini = Kiefer) und Qu (quercus = Eiche) und U (ulmi = Ulme) denen z.T. Metallsalze in homöopathischer Dosierung zugesetzt sind ( z.B. Malachit, Quecksilbersulfat oder Silbercarbonat). Diese Kompositionen beruhen auf anthroposophischen Behandlungskonzepten und ergänzen die spezifische Misteltherapie. Iscador-Ampullen gibt es in verschiedenen Sorten mit gleichbleibenden Konzentrationen pro Packung von 0,001 Milligramm bis 20 Milligramm sowie als Serien (Serie 0, I und II) mit unterschiedlichen Konzentrationen in einer Packung. Die Angaben bezeichnen nicht den Wirkstoffgehalt in der Ampulle, sondern geben die Menge der verwendeten Pflanzenmenge in Milligramm an. Jede Iscador-Sorte (ausser Iscador M spezial und Iscador Qu spezial) ist in den Konzentrationen 0,001 mg, 1 mg, 10 mg und 20 mg erhältlich.

 

Iscador-Serien:

 

Jede Iscador-Sorte (ausser Iscador M spezial und Iscador Qu spezial) ist in drei verschiedenen Konzentrationsfolgen erhältlich, und zwar als Serien 0, I und II mit 7 Ampullen oder 2 × 7 Ampullen.

 

Serie 0

Serie I

Serie II

0,01 mg

0,1 mg

1 mg

0,01 mg

0,1 mg

1 mg

0,1 mg

1 mg

10 mg

0,1 mg

1 mg

10 mg

1 mg

10 mg

20 mg

1 mg

10 mg

20 mg

1 mg

10 mg

20 mg

 

Mistelextrakte enthalten viele verschiedene biologisch aktive Substanzen, darunter Glykoproteine, vor allem die Mistellektine I, II und III, sowie Polypeptide (z.B. Viscotoxine), Peptide, Oligo- und Polysaccharide. Darüber hinaus enthalten Mistelextrakte zahllose Enzyme, schwefelreiche Verbindungen, Fette, Pflanzenfarbstoffe sowie eine Vielzahl anderer Eiweißverbindungen. Mistellektine und Viscotoxine wirken zytotoxisch und immunmodulierend.

 

Nicht anwenden bei:

 

- bekannten Allergien auf Mistelzubereitungen

- akuten entzündlichen bzw. hoch fieberhaften Erkrankungen (Behandlung unterbrechen)

- chronischen granulomatösen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen

- Schilddrüsenüberfunktion mit nicht ausgeglichener Stoffwechsellage

- primären Hirn- und Rückenmarkstumoren oder bei Hirnmetastasen mit Gefahr einer Hirndruckerhöhung. In diesem Fall sollte Iscador nur nach strenger Indikationsstellung und unter engmaschiger klinischer Kontrolle verabreicht werden.

 

Nebenwirkungen:

 

- Steigerung der Körpertemperatur

- Blutdruckanstieg oder -abfall

- Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

- allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe

- neurologische Erscheinungen, z.B. Verwirrtheit, Halluzinationen

- örtlich begrenzte Rötungen um die Einstichstelle

- vorübergehende leichte Schwellungen der Lymphknoten sind unbedenklich

 

Durch Iscador hervorgerufenes Fieber sollte nicht mit fiebersenkenden Medikamenten unterdrückt werden, da es üblicherweise nach 1 bis 2 Tagen abgeklungen ist. Bei länger anhaltendem Fieber ist an infektiöse Prozesse oder Tumorfieber zu denken. Sollten die Reaktionen ein erträgliches bzw. ein vom Arzt erwünschtes Maß überschreiten (Fieber über 38° C, Abgeschlagenheit, Frösteln, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Rötung um die Einstichstelle über 5cm Durchmesser), so sollte die nächste Injektion erst nach Abklingen dieser Symtome und in einer reduzierten Dosis verabreicht werden. Gelegentlich kommt es zu Knotenbildung am Injektionsort und zu einer Aktivierung von Entzündungen. Sehr selten können Venen mit entzündlichen Reizerscheinungen reagieren (Therapiepause!). Bei allergischen oder hypersensiblen Reaktionen, wie generalisiertem Juckreiz, lokaler oder generalisierter Nesselsucht, Blasenbildung, Hautausschlag, besonders entzündliche Rötung der Haut, Schüttelfrost, Quincke Ödem, Atemnot, Bronchospasmus und Schock ist ein sofortiges Absetzen von Iscador und ärztliche Behandlung erforderlich. Bei primären Hirn- und Rückenmarkstumoren oder bei Hirnmetastasen ist eine Hirndruckerhöhung theoretisch möglich.

 

Wechselwirkungen:

 

Iscador Injektionslösung kann während einer Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie angewendet werden. Zur Sicherheit wird jedoch empfohlen, Iscador nicht mit anderen Medikamenten in einer Spritze aufzuziehen. Eine gleichzeitige Anwendung von Iscador mit anderen Immunmodulatoren (aktive unspezifische Immuntherapie) oder Immunstimulantien (z.B. Thymusextrakt, Zytokinen uvm.) sollte nur unter strenger Aufsicht durch den behandelnden Arzt erfolgen, da eine Überstimulation nicht ausgeschlossen werden kann.

 

Schwangerschaft und Stillzeit:

 

Obwohl bisher keine Schäden am Ungeborenen oder Säugling beobachtet wurden, soll Iscador in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Bei den beschriebenen Erkrankungen in Schwangerschaft und Stillzeit sollte grundsätzlich ein darauf spezielisierter Arzt über die Behandlung entscheiden. Von einer eigenmächtigen Behandlung wird abgeraten.

 

Dosierung:

 

Über Art und Dauer der Anwendung von Iscador entscheidet der behandelnde Arzt. Wenn nicht anders verodnet, wird Iscador-Injektionslösung zwei- bis dreimal wöchentlich unter strenger Injektionstechnik unter die Haut gespritzt, meist in Tumor- oder Metastasennähe jedoch nicht in den Tumor selbst. Insofern dieser Injektionsort zu ungünstig liegt, kann auch im Wechsel in den Oberschenkel, in den Oberarm oder in die Bauchregion injiziert werden. In jedem Fall sind Bestrahlungsfelder oder entzündliche Hautpartien zu meiden. Das Mistelpräparat Iscador ist mit allen üblichen Krebstherapien kombinierbar. Die Injektionen können nach kurzer Einweisung durch den Arzt in der Regel vom Patienten selbst durchgeführt werden. Die besten Erfolge durch die Misteltherapie erzielt man, wenn die Behandlungsdauer mehrere Jahre beträgt (Brustkrebspatientinnen über mindestens 3 Jahre und Patienten mit schwarzem Hautkrebs über mindestens 2 Jahre), wobei in der Regel Pausen in zunehmender Länge eingelegt werden. Einleitungsdosierung: Behandlung immer mit Iscador Serie 0 der vorgesehenen Iscador-Sorte beginnend. Ist Iscador M spezial oder Iscador Qu spezial vorgesehen, vorher entsprechende Sorte "nicht spezial" einsetzen.

 

Fortsetzungsdosierung:

 

Je nach Reaktion bei Iscador Serie 0 kann die Dosierung unter Beobachtung der weiteren Reaktionen gesteigert werden. Verwendung von Serienpackungen: In der Regel dauerhafte Behandlung mit Iscador Serie I (Ampullenfolge gemäss Numerierung in der Packung). Bei fehlender Reaktion evtl. Dosissteigerung auf Iscador Serie II.

 

Nach 14 Injektionen wird eine Pause von einer Woche eingelegt.

 

Bei gutem Verlauf können die Pausen im zweiten Behandlungsjahr auf zwei, ab dem dritten Jahr evtl. auf drei bis vier Wochen verlängert werden. Iscador M spezial und Iscador Qu spezial: Anwendung wie oben bei gleichbleibender Dosierung, keine Pausen.

 

Dosierung bei Säuglingen und (Klein)Kindern:

 

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist nach den vorliegenden Erfahrungen mit einer stärkeren Reaktion zu rechnen, weshalb eine langsamere Steigerung der Dosis empholen wird. Die Maximaldosis sollte 1 Ampulle 10 mg Iscador pro Tag nicht überschreiten.

 

Notfallmaßnahmen:

 

Im Falle des Auftretens eines anaphylaktischen Schocks richtet sich die Notfalltherapie nach der klinischen Symptomatik.

 

Erstmaßnahmen: Venöser Zugang, Zufuhr von Vollelektrolytlösungen. Zufuhr von Sauerstoff (ggf. endotracheale Intubation bzw. Koniotomie und Beatmung)

 

Medikamentöse Therapie:

 

- Volumenzufuhr, Behandlung der Hypovolämie durch rasche Zufuhr von Vollelektrolytlösungen

- Katecholamine i.v.: 1 mg Adrenalin wird mit Kochsalzlösung 0,9% auf 10 ml verdünnt; 1 ml/min dieser verdünnten Lösung (= 100 µg Adrenalin) wird langsam i.v. injiziert (Kontrolle von Puls und Blutduck, ggf. EKG) Bei adrenalinrefraktärer schwerer Hypotonie zusätzlich Noradrenalin: 1 mg Noradrenalin wird mit Kochsalzlösung 0,9% auf 10 ml verdünnt; 0,5 - 1 ml dieser verdünnten Lösung (= 50-100 µg Noradrenalin) wird i.v. injiziert (ggf. wiederholen.).

- Glucocorticoide: Bei schwerem Bronchospasmus sowie bei verzögert progredient verlaufender Symptomatik 500-1.000 mg Prednisolon einmalig i.v. Zur Prophylaxe von Rezidivreaktionen und Therapie von Spätreaktionen Zufuhr von Glucocorticoiden über 24 h, z.B. 3 mal 125 mg Prednisolon i.v.

- Bei Patienten mit insulinpflichtigem oder anders behandeltem Diabetes mellitus ist eventuell eine kurzzeitige Anpassung der Insulindosis erforderlich.

- Histamin-Antagonisten (ergänzend zur Therapie mit Volumenzufuhr): Zur Verminderung der Histamin-vermittelten Vasodilation und Bronchokonstriktion: H1- und H2-Antagonisten in Kombination, wobei der H1-Antagoist zuerst verabreicht wid, z.B. 2 mg Clemastin gefolgt von 50 mg Ranititin i.v. Theophyllin: Gegebenefalls zusätzlich bei schweren bronchospastischen Reaktionen, sofern diese nicht auf Adrenalin und Glucocorticoide ansprechen: initial 5 mg/kg Körpergewicht.

 

Haltbarkeit/Lagerung:

 

Iscador soll nach Ablauf des auf den Ampullen und der Verpackung angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden. Iscador bei 2-8 °C und vor Licht geschützt lagern. Die bereitgestellten Informationen dienen Ihrer Information und beruhen auf den Angaben des Herstellers. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht übernommen werden.

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Weitere Präparate, die in der Misteltherapie eingesetzt werden sind Abnobaviscum (aus unterschiedlichen Misteln gewonnen und für verschiedene Krebsarten verwendet, unterschiedliche Konzentrationsstufen und z.T. schwankender Gehalt), Iscucin und ein nicht anthroposophisches, sondern pflanzenheilkundliches Präparat mit dem Namen Lektinol (wegen Kühlkettenpflicht nicht bei Parcelmed erhältlich).

 

Iscador wird seit November 2015 von der Iscador AG Lörrach vertrieben.

 

Quellen:

1. open drug database Iscador

2. Iscador AG

3. Wikipedia Eintrag zu Misteltherapie








Iscador Ampullen sind in der Onlineapotheke Parcelmed zu günstigen Preisen erhältlich.